29. März 2016

Guter Wein aus dem Supermarkt?

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Wer kennt das nicht? Weil es so bequem ist, noch die eine oder andere Flasche Wein im Supermarkt oder Discounter zu kaufen? Dazu noch 1 Kilo Schweinenacken, Zahnpasta und Toilettenpapier und der Tag ist gerettet. Hinzu kommt, dass immer mehr Lebensmitteleinzelhändler (Supermärkte) ihr Weinangebot nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ ausbauen. Aus diesem Grund sparen sich immer mehr versierte Weinfreunde den Weg zum Weinfachhandel.


Stirbt der Weinfachhandel aus?

Droht den Weinfachhändlern weiteres Ungemach durch die umfangreiche Stärkung des Weinsortiments durch die klassischen Discounter wie Aldi, Lidl, Netto etc.?

Nein. Zumindest ist dem so, wenn es nach den Weinexperten des Fachmagazins Weinwirtschaft des Meininger Verlags geht. Insgesamt wurden im Januar 2016 1.297 Weine von den sechs führenden Discountern (Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl, Netto Marken Discount, Norma und Penny) getestet und bewertet. Ihr häufiges Urteil lautete: sauer und korkig. Okay, solche Horrorweine haben wir hier auch schon vorstellen müssen ...

Der Test basierte auf der primären Fragestellung, ob die Disounterweine frei von erkennbaren Fehlern sind. Die Beantwortung dieser Frage führte zu dem wenig schmeichelhaftem Resultat, dass jeder zehnte Wein als fehlerhaft oder gar geschmackliche Katastrophe bezeichnet wurde. Somit kamen die Tester zu dem Urteil, dass die Discounter für den Kauf guter Weine nicht geeignet seien. 

Allerdings fehlt mir für dieses pauschale Urteil, der Hinweis, dass 9 von 10 Weinen nicht beanstandet wurden. Interessant wäre ein Vergleich mit der selben Anzahl von Weinen aus den großen Supermärkten und von ausgesuchten Weinfachhändlern. Ich möchte wetten, dass auch dort schwarze Weine -äh- Schafe zu finden sind.

Das Fachmagazin kommt zu dem Schluss, dass die Discounter Meister darin seien, den Kunden mit Wein-Plagiaten das Geld aus der Tasche zu ziehen. (Quelle: „Kopf-an-Kopf-Rennen“ Weinwirtschaft 5/2016). Statt auf Qualität würde trotz gegenteiliger Qualitätsversprechen (die Discounter verweisen diesbezüglich auf interne Qualitätstester) lediglich auf hohe Margen und Umsätze geachtet. 

Externe Qualitätstester kommen jedoch in aller Regel zu anderen Ergebnissen. In diesem Zusammenhang stellte ich hier schon oft die Frage, was von den "hauseigenen" Weinexperten (die allesamt ausgewiesene Meister ihres Fachs sind), zu halten ist. Du und ich - wir sollten uns stets auf unseren eigenen Geschmack und unser eigenes Urteilsvermögen verlassen.

Ferner verweisen die Tester darauf, dass die qualitativ schlechten Weine schon seit langen bekannt sind. Ein weiterer Grund dieses Blog zu lesen, um Fehleinkäufe zu vermeiden! Keiner der getesteten Discounter bot aus der Sicht der Test herausragende Weine an, egal in welcher Preisklasse. So kamen die Tester zu folgenden Ergebnissen, in punkto weintechnischer Fehlerlosigkeit:

- Herausragend - 0,00%
- Gut - 5,55%
- Befriedigend - 62,45 %
- Ausreichend - 22,82%
- Mangelhaft bis ungenügend - 9,18%

Das Gros der ausreichend und schlechter bewerteten Weine kam zu rund 60% Weine aus der Preisklasse unter 1,50 Euro. Diese Weine sind - wen überrascht es bei dem Preis wirklich? - deutlich schlechter als die höher gepreisten Weine.

Neben den reinen Aussagen zur Qualität machten die Tester auch Angaben zur Qualität der angebotenen Weine im Bezug auf die Herkunftsländer. Das erfreulichste Ergebnis gleich vorab: bei den 286 getesteten deutschen Weinen wurde keine einzige Flasche mangelhaft oder gar ungenügend bewertet, mehr als 72% der getesteten deutschen Weine das Urteil zufriedenstellend. Nicht umsonst steht auf den bekannten deutschen Wein-Holzkisten: Guter Wein aus deutschen Landen ;).

Schlusslicht bilden die Weine aus Italien, hier müssen nach Aussage der Tester die Kunden besonders vorsichtig sein, jede siebte Flasche ist demnach von schlechter Qualität (Fehlerquote 14%). Freunde der Weine aus der Neuen Welt (Australien, Chile, Neuseeland und USA) können aufatmen. Über 88% der getesteten Weine erhielten das Testurteil zufriedenstellend oder gut. Da ist die Gefahr eines spontanen Fehlkaufs relativ gering.

Neben den sogenannten Stillweinen wurden auch Perl- und Schaumweine getestet. Auch hier war das Ergebnis erschreckend. Mehr als jedes zehnte Produkt wie gravierende Mängel auf. Daher sollten die Kunden lieber zu einem Rotwein (aus Deutschland oder der Neuen Welt) greifen, wenn sie die Gefahr eines Fehlkaufs minimieren wollen. 

Wenig verwundert wirst Du nun sein, wenn ich hier schreibe: Besser Du liest aufmerksam dieses Blog oder nutzt meine kostenfreie App, um Fehlkäufe beim Discounter zu vermeiden. 😁

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