31. März 2014

Neues Weinjournal und gepunktete Osterweine

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Kurz vor Ostern beglückt nun auch Netto Marken-Discount die Kunden mit einem Weinjournal und einem eigenen Weinexperten. Während Lidl dem 100 Punkte-Bewertungssystem von Richard Bampfield vertraut, vertraut Netto der Kämmerpunkte-Skala des Master Sommeliers Frank Kämmer

Die Skalen der beiden Weinexperten unterscheiden sich nur marginal, auffällig ist für mich jedoch , dass bei Herrn Kämmer die Weine von 94-100 Punkte bereits internationale Spitzenweine für Kenner sein sollen. Der Punkterahmen  für diese Bewertung scheint mir jedenfalls sehr weit gefasst und man könnte dem Gedanken verfallen, dass darauf spekuliert wird, dem einen oder anderen Wein des Discounters mit dieser höchsten Bewertungsstufe versehen zu wollen.

Apropos Vertrauen

Vertraut Netto der Qualität der eigenen Weinen nicht wirklich oder wird gar das Urteil des eigenen Weinexperten gefürchtet? Im Weinjournal werden zwar 14 Weine (davon 1 Champagner) vorgestellt, aber nur 4 Weine von Herrn Kämmer bewertet. Schelm, wer Böses dabei denkt, 

Auch Lidl hat Herrn Bampfield pünktlich zum Ostergeschäft weitere Weine bewerten lassen. Interessanterweise kommt er bei zwei Weinen, die wir in einer großen Runde ebenfalls verkostet haben, zu vollkommen anderen Ergebnissen. So bewertet er den Saint Emilion Grand Cru 2011 sowie den Cimarosa Sauvignon Blanc Estate Selection 2013 jeweils als sehr gut. Wir waren in unserem Urteil weniger gnädig und es zeigt sich wie immer, dass Geschmack stets subjektiv ist und bleibt.

Daneben fällt auf, dass beide Weinexperten nicht das gesamte Sortiment des jeweiligen Discounters bewerten, sondern sich quasi einzelne Rosinen herauspicken. Ich denke, der eine oder andere Kunde würde zu gerne wissen, was die Herren von den Weinen halten, die in den Märkten in erster Linie verkauft werden; die Sortimentsweine, die für unter 3,00 Euro angeboten werden. Vertrauen und offener Umgang mit den eigenen Produkten sieht bei mir jedenfalls anders aus.

Unabhängig von der Reputation der beiden Weinexperten fällt es mir zudem schwer ihren Urteilen zu folgen, da beide exklusiv für die beiden Häuser die Weine bewerten. Wer sicher sein möchte, auf welches Urteil er vertrauen möchte, sollte die Weine unvoreingenommen verkosten und anschließend mit den Ergebnissen der beiden Weinexperten vergleichen. So lässt sich zumindest eine Tendenz feststellen, wessen Geschmack dem eigenen eher entspricht.

In diesem Sinne - Prost :)



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