27. März 2015

Roman Graeff Riesling Alte Rebe aus der Steillage Mosel 2013

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Roman Graeff Riesling Alte Rebe aus der Steillage Mosel 2013
WOW! Auf diesem Etikett hat die Marketingabteilung des Großabfüllers ZGM (Zimmermann-Graeff & Müller) eine fette Suggestionskeule geschwungen: der Name eines vermeintlichen Winzers (rechtlich geschützt übrigens) sowie die Begriffe: Riesling, Alte Rebe und aus der Steillage - fehlen nur noch irgendwelche Medaillen von Weinexperten oder Weinprämierungen ...

ERHÄLTLICH BEI: Kaufland für € 5,49 €

AROMEN: Dieser halbtrockene Riesling von der Mosel riecht fruchtig nach reifen Äpfeln und Aprikosen, ganz so, wie wir es von einem Riesling erwarten.

GESCHMACK: Der erste Schluck wird allen Weinfreunden gefallen, die halbtrockene Weine mögen. Fruchtig, lebendige - nicht störende - Säure und dazu eine angenehme Süße. Ich träumte bei diesem ersten Schluck direkt von einem gemütlichen und sonnigen Tag auf der Terrasse und einem pikanten Thai-Curry zum Wein. Mit fortlaufender Verweildauer und damit einhergehender Erwärmung des Weins im Glas, wandelt sich der Geschmack jedoch zum Negativen. Jetzt dominiert eine Süße, die an künstliche Süßungsmittel erinnert, die fruchtigen Aromen schwinden und die Säure ist nicht mehr lebendig und frisch sondern schal. Der Traum von entspannten Weingenuss im Sonnenschein endete somit recht jäh. Das heißt im Umkehrschluss - die Flasche schnell leeren!

FAZIT: Wie eingangs erwähnt, versammelt das Etikett Begriffe die konsumpsychologisch positiv besetzt sind. Dem Weinkäufer wird geschickt suggeriert ein qualitativ hochwertiges Produkt von einem vermeintlich eigenständigen Weingut zu kaufen, stattdessen ist Roman Graff lediglich eine rechtlich geschützte Gemeinschaftsmarke der Großkellerei ZGM.

Auf der Rückseite der Flasche wird die Suggestion zudem untermauert, indem herausgestellt wird, dass alte Reben (wie gesetztlich vorgegeben) mindestens 25 Jahre alt sein müssen. Derart alte Rebstöcke können zudem für Extraktreichtum und geringe Erträge stehen. Es können aber auch ausgelaugte Rebstöcke sein. Das gilt insbesondere dann, wenn sie zuvor für Massenweinherstellung genutzt wurden. Und ohne dem Wein zu nahe treten zu wollen, ich tendiere zu letzterem.

Rebstöcke, die an der Mosel an steilen Lagen wachsen, können zu Weinen von Weltruf führen (und sind dementsprechend kostspielig), aber sie müssen es nicht zwingend sein. In diesem Fall verweist der Abfüller auf dem Rückenetikett daher auch "nur" darauf, dass die Steillagen die Weinbauregion prägen.

BEWERTUNG: Ausreichendes Preis-Genuss-Verhältnis [Note 4]

BEWERTET: April 2015


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