3. April 2017

Prinz von Preussen - Erbacher Michelmark - Riesling - 2016

| 2 Kommentare
Test und Bewertung Wein von Netto Marken Discount
WOW, was für ein Name. Was für ein Etikett. Der Wein macht schon im geschlossenen Zustand neugierig und Lust auf den ersten Schluck. Das klingt alles zu positiv? Nun - der eine oder andere Haarspalter findet für dieses Etikett auch Ansätze für Kritik, aber dazu später mehr.

GEKAUFT BEI: Netto Marken-Discount für € 6,99 (Dieser Wein wird nur in ausgesuchten Filialen und online über Netto Weinwelt angeboten.)

GERUCH: Dieser Riesling riecht eindeutig so, wie es von einem Riesling erwartet wird: gelbe Äpfel, Aprikose und Maracuja. Diese  fruchtigen Aromen erinnern dabei mehr an Bonbons als an reine Früchte. Aber auch das ist nicht untypisch für Riesling.

GESCHMACK: Die fruchtigen Aromen setzen sich im Mund fort. Eine spritzige Säure sowie deutliche mineralische Geschmacksnoten heben den Wein aus dem häufig vorzufindenden Mittelmaß der anderen Supermarkt-Rieslinge heraus. Schön ist zudem, dass der Weingeschmack nach dem Schlucken lange im Mund verbleibt.

GESAMTEINDRUCK: Dieser Wein (aus dem Anbaugebiet Rheingau) bietet ordentlichen Trinkspaß fürs Geld. Aufgrund des Preises von € 6,99 bewerten meine Testcrew das Preis-Genuss-Verhältnis mit sehr gut. Allerdings gehen wir davon aus, dass sich Spontankäufer mit den mineralischen Noten schwer tun könnten, da diese von ungeübten Zungen gern mit seifigem Geschmack assoziiert werden.

Nun komme ich gern auf die mögliche Kritik von Haarspaltern zurück. Der Name "Administration Prinz von Preussen" verweist auf kein alteingesessenes Weingut, sondern ist ein eigens geschaffener Marketingname. Das ist prinzipiell nicht direkt als negativ zu betrachten. Zumal sich dem Rückenetikett der Produzent entnehmen lässt, der für diesen Wein verantwortlich ist. Unter dieser Adresse ist das namhafte Weingut Schloss Reinhartshausen ansässig, das bei diesem Wein nicht als Weingut, sondern als Kellerei (Abfüller) agiert.

WeinMarketing in Reinkultur

Weinkenner könnten beim Begriff "Erste Lage" eventuell die Nase rümpfen, zumal der Verband der Deutschen Prädikatsweingüter die Wortkombination Wortkomination "VDP Erste Lage" schützen ließ. Erste Lage ist hingegen weinrechtlich nicht geschützt, so dass damit auf dem Etikett geworben kann, zumal der Erbacher Michelsberg vom VDP ebenfalls als Erste Lage angesehen wird.
Moment mal!, könntest Du nun einwenden, ist das nicht eine Art von Renommeausbeute oder Schmücken mit gedehnter Wahrheit? Das soll jeder für sich selbst beantworten ...

By the way: Auch der umtriebige Koch Eckardt Witzigmann bietet einen Riesling von der Lage Erbacher Mittelmark an, der ebenfalls von Schloss Reinhartshausen abgefüllt wird. Dieser Wein wird für rund 15 Euro angeboten. Schelm, wer nun denkt, der Wein könne zu Prinz von Preussen umetikettiert worden sein, weil er sich mit einem geringeren Preis besser verkaufen lässt ...

BEWERTUNG: Sehr gutes Preis-Genuss-Verhältnis [Note 1]

100 PUNKTE-SYSTEM: 83/100 Punkte

BEWERTET: März 2017

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Kommentare:

  1. Hallo lieber Dirk alias Weinflüsterer,
    leider haben sich hier einige Fehler eingeschlichen.
    1. Das Hotel Schloss Reinhartshausen ist seit einigen Jahren unabhängig vom Weingut.
    2. Fürst von Metternich gehört zu Henkell. Damit ist der Sekthersteller Teil der Oetker-Gruppe. Keine Ahnung wie du da eine Verbindung zum Weingut Schloss Reinhartshausen findest.

    Viele Grüße
    Thomas

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Thomas,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Der betreffende Absatz hätte gar nicht im Artikel erscheinen sollen - und ich habe ihn soeben gelöscht. Danke, dass Du mich auf diesen Fehler aufmerksam gemacht hast.

      Sonnige Grüße
      Dirk

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